Gen Süden

Nur 375 Kilometer südlich von Pućon liegt Puerto Montt. Ich war in den letzten Wochen ja schon einmal hier… Puerto Montt ist der Ausgangspunkt für die Carretera Austral, jene Straße, die den großen Süden Chiles erschließt. Erst seit etwas über 40 Jahren existiert diese Straße und es wird noch immer an ihr gebaut. In den nächsten 30 bis 40 Jahren soll das letzte – und schwierigste – Teilstück zwischen Villa O´Higgins und Puerto Natales fertig gestellt werden. Größtes Hindernis: das Campo Hielo Sur: das patagonische Eisfeld – die größte zusammenhängende Gletscherfläche der Südhalbkugel außerhalb der Antarktis…

 

 

Puerto Montt bietet für mich wenig Reizvolles und so stehe ich schon am nächsten Morgen wieder am Busterminal um festzustellen, dass der einzige Bus nach Süden auf die Carretera Austral vor 15 Minuten abgefahren ist… Also ist Flexibilität gefragt und 30 Minuten später bin ich in Richtung Chiloe – der nach Feuerland zweitgrößten Insel Südamerikas – unterwegs, und es heißt, dass die Uhren hier ein wenig langsamer gehen.

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Fährüberfahrt nach Chiloe

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Stelzenhäuser in Castro, dem Hauptort Chiloes

Doch Chiloe ist für mich nur Durchgangsstation. Ich erfahre, dass die Carretera Austral durch einen Bergrutsch unterbrochen ist und der Süden nur noch auf dem Wasserweg zu erreichen ist. Es ist der 30. Dezember – eigentlich wollte ich den Jahreswechsel ja in einem weltvergessenen Nationalpark auf Chiloe verbringen, aber auf einer Fähre durch das chilenische Fjordland ins Neue Jahr zu schippern hat sicherlich auch seinen Reiz…

 

 

Und so mache ich mich schon nach wenigen Stunden wieder auf nach Quellon im Süden Chiloes, um mich und meinen Rucksack zu nachtschlafender Zeit (2.40 Uhr morgens) an Bord der „Queulat“ zu schleppen.

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Die Gepäckfächer an Bord müssen wirklich sehr schmal sein…

In den nächsten 36 Stunden tuckert die Fähre über den Golf von Corcovado und durch die Kanäle und tief eingeschnittenen Fjorde Südchiles, vorbei an einsamen Farmen und winzigen Dörfern inmitten einer Wildnis aus Bergen und Wasser. Es ist jene Region, in der sich Südamerika aufzulösen scheint, um langsam und unmerklich im Pazifik aufzugehen…

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Und so ziehen wolkenverhangenen Berge und menschenleere Wildnis an mir vorüber. Robben heben neugierig den Kopf aus dem Wasser und der eine oder andere Magellan-Pinguin dümpelt neben der Fahrtroute vor sich hin.

 

 

Den Jahreswechsel verbringen wir im Hafen von Puerto Cisnes, von der Besatzung zu Cola und Schwarzwälder Kirsch Torte eingeladen (Alkohol ist an Bord verboten – abgesehen von den Bierlieferungen für die abgelegenen Häfen). Und! Es geht ohne Knallerei ab: ein paar Schiffssirenen heulen kurz auf, irgendwo steigen drei Leuchtkugeln in den wolkenverhangenen Himmel (offenbar hat jemand die Gelegenheit genutzt und seine überlagerten Signalraketen entsorgt), dann legt sich wieder die Nacht über den Fjord.

Eine Stunde nach Mitternacht legt die „Queulat“ wieder ab und macht sich weiter auf ihre einsame Fahrt nach Süden. Am Vormittag des Neujahrstages gehe ich in Puerto Chacabuco an Land um via Coyhaique meinem nächsten Ziel entgegen zu steuern…

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Weihnacht unter Araukarien

Nach 22 Stunden Busfahrt stolpere ich am nächsten Morgen 1700 Kilometer weiter südlich aus dem Pullmann-Bus und mein Blick fällt auf von dichten Wäldern bewachsene Berge. Die Gipfel stecken in Wolken, die hier nicht besonders hoch hängen. Ich bin in Pućon – DEM Outdoor- und Touristenzentrum in Südchile.

Der lange und schneereiche Winter hat auch hier seine Spuren hinterlassen: es ist Sommeranfang, doch auf den Pässen liegt immer noch der Schnee. Wie in Bariloche sind viele Wege noch gesperrt. Ich muss mich also mit einer Ausweichtour in den Parque National Huerquehue begnügen…

Die Szenerie erinnert ans Salzkammergut: ein langgestreckter See umgeben von grün bewaldeten Hügeln – der Lago Tinquilca ist Ausgangspunkt für diesen Trek, der mich in vier Tagen – und über Weihnachten – an Bergseen vorbei, zu Thermalquellen und in ein weltvergessenes Tal führen wird.

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Erinnert an den Fuschlsee – der Lago Tinquilca im Nationalpark Huerquehue ist Ausgangspunkt für meinen Weihnachtstrek. Im Hintergrund raucht der Villarica

Und natürlich auch zu den Araukarien (Araucaria araucana), nach denen die gesamte Region, in der ich mich befinde, benannt ist.

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Araukarien (Araucaria araucana)

Araukarien sind Nadelbäume, die – wie die Südbuchen – nur auf der Südhalbkugel vorkommen und in ihrer Verbreitung den Urkontinent Gondwana widerspiegeln (sie kommen mit weiteren Arten auch noch in Australien, Papua und Neukaledonien vor). Wie die Alerce ist auch die Araukarie wegen ihres geraden Wuchses und des hochwertigen Holzes von Kahlschlag bedroht. Bisher ist sie allerdings „nur“ gefährdet.

 

Im Parque National Huerquehue kommt der Baum ab einer Höhe von etwa 700 Metern vor und bildet dort noch große Bestände und auch die Waldgrenze. Und nach den Wochen in der vegetationslosen Wüste freue ich mich natürlich, wieder grüne Bäume zu sehen.

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Im Alter verlieren Araukarien ihre unteren Äste und der Stamm ist dann – etwas armselig – nur im Kronenbereich beastet

Eigentlich sind noch nicht alle Wege geöffnet, doch die Nationalparkranger erkennen in mir wohl jemanden, der bei der Wegfindung keine Probleme hat und lassen mich in das gesperrte Gebiet ziehen. Und so breche ich am 24. Dezember auf, um an Wasserfällen und versteckten Seen in das abgelegene Tal von Renahue zu wandern. Zwar gibt es dort unten keine Araukarien, die man als Weihnachtsbäume nutzen könnte, aber die Szenerie und die Tatsache, dass sich die Sonne erst um 22.00 Uhr verabschiedet entschädigt für das verpasste Weihnachtsfeeling…

Die nächsten beiden Tage führen mich auf selten begangenen Wegen durch die Wildnis. Außer einem Darwinfrosch, ein paar Eidechsen und Spinnen (und gelegentlich einer Kuh) begegnet mir sonst niemand hier. Ein paar Eindrücke…

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Araukarien auf dem Quinchol  – links im Hintergrund der Volcan Lanin

 

Tierwelt

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Darwinfrosch (Rhinderma darwinii) – die Darwin- oder Nasenfrösche kommen nur in den Südbuchenwäldern Chiles und Argentiniens vor und reagieren äußerst empfindlich auf Veränderungen ihres Lebensraumes

 

 

Der Zustand des Weges lässt bisweilen zu wünschen übrig…

 

 

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Sehen aus wie Walgerippe, sind aber verwitterte Araukarienstämme, die hier in der Laguna Huerquehue vor sich in modern

 

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Lost World – Araukarienwald an der Laguna Los Patos

 

Expedition Atacama – Teil 3: Ojos del Salado

Wer den Namen zum ersten mal liest oder hört, schaut zumeist ein wenig verständnislos drein: „Salataugen“? – Doch der Name bedeutet korrekt übersetzt „Salzaugen“ – abgeleitet von den Salzlagunen in den Gletschern.

Doch der Ojos del Salado hat mehr zu bieten als einen kuriosen Namen. Mit 6893 Meter ist er der höchste Vulkan der Erde und der Second Summit von Südamerika – gerade mal 70 Meter niedriger als der Aconcagua.

In den letzten zwei Wochen haben wir uns mit verschiedenen 5- und 6000er auf die Besteigung dieses Riesen vorbereitet. Und auch wenn einen die Besteigung vor keinerlei technische Schwierigkeiten stellt – eine kurze Kletterpassage am Gipfel mal ausgenommen – so ist die Luft dort oben doch schon sehr dünn und die Temperaturen liegen um die -20°C. Alles Bedingungen, die es dem hoffnungsvollen Gipfelaspiranten nicht gerade einfacher machen.

Wenn man auf fast 7000 Meter Höhe hinaufsteigt, begibt man sich immer in eine Ausnahmesituation. Und Ausnahmesituationen sind sehr persönliche Erlebnisse…. Aus meinem Tagebuch:

 

Donnerstag, 14 Dezember – Refugio Murray(4350m)

Nachtrag zum 13. 12.: Erst um 21.15 Uhr werde ich eingesammelt und nach einer Fahrt durch San Pedro, um da noch etwas abzuliefern und dort noch was zu holen und schließlich alles ein- und aufzuladen brechen wir endlich – es ist bereits nach 23.00 Uhr – in Richtung Süden auf.

Abgesehen von einer kurzen Schlafpause fährt Nico die Nacht durch und um 10.00 Uhr haben wir die knapp 800 Kilometer nach Caldera abgespult. Wir halten in dem Hafenstädtchen, um zu frühstücken und alles nicht benötigte Gepäck zu deponieren. Unsere Expedition beginnt also bei 0 Meter am Pazifik…

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Auf dem Weg zum Paso San Francisco

In Copiapo – 70 Kilometer entfernt – sammeln wir César, den zweiten Bergführer und Kletterspezialisten, ein. Dann geht es nach Osten, immer weiter hinein in die Berge. Mitten im Nirgendwo – nach 4 Stunden Fahrt über eine Schotterpiste – dann der Grenzposten.

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Einsamer Grenzposten auf dem Weg zum Paso San Francisco

Allerdings sind es von hier immer noch rund 100 Kilometer bis nach Argentinien… Wir erledigen den Papierkram und rollen auf einer neuen Asphaltstraße weiter. Salzseen, grüne Flussoasen und schneebedeckte Gipfel liegen entlang der Strecke.

 

Das Massiv der Tres Cruzes schiebt sich ins Blickfeld und wird nördlich umfahren. Dann taucht hinter einem Pass ein felsiger Gipfel am Horizont auf: der erste Blick auf den Ojos del Salado…

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Tres Cruzes – drei 6000er in Serie

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Ojos del Salado (re) und El Muerte

Mitten im Nichts zweigt unvermittelt eine Piste ab und nach wenigen Kilometern stehen wir am Refugio Murray, einer Schutzhütte der chilenischen Bergrettung – benannt nach einem Hubschrauberpiloten, der Großartiges bei der Errichtung der anderen Hütten am Ojos geleistet haben soll. Die Hütte ist in erbärmlichen Zustand; überall liegen gut gefüllte Müllsäcke herum. Hier kommt doch jeder mit dem Auto her. Warum nehmen die eigentlich ihr Zeug nicht wieder mit, dass sie gefüllt hierher fahren konnten?

 

Freitag, 15. Dezember – Refugio Atacama (5200m)

Man kann Zeit auch vertrödeln…

In der Nacht tauchen weitere Besucher auf. Drei entpuppen sich als Geologiestudenten, die Proben für ihre Arbeiten sammeln, zwei weitere sind Bergsteiger, die am Morgen Unmengen von Lebensmitteln in ihren Pick-up sortieren.

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Refugio Murray

Um 8.00 sind die meisten von uns wach und wir verprassen den gesamten Vormittag mit Frühstücken. Erst am frühen Nachmittag haben wir das Auto wieder fertig beladen und holpern die 22 Kilometer zum Refugio Atacama. Dort vergeht der Nachmittag mit dem Einrichten des Basislagers und Kochen eines späten Mittagessens. Erst um 18.30 brechen wir auf, um Wasser, Essen und einen Teil der Ausrüstung zum vier Kilometer und 600 Meter höher liegenden Refugio Tejos – dem Hochlager 1 – zu portieren. Ein Guide mit geländegängigerem Pick-up bietet uns an, wenigstens die Wasserkanister – für jeden von uns sind sechs Liter vorgesehen – nach Tejos zu fahren, weil er ohnehin rauf muss.

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Basislager am Refugio Atacama (5200 Meter) – Die dreieckige Hütte wurde erst vor ein paar Tagen vom ExtremeEventsTeam aufgestellt

Der Wind pfeift ordentlich, aber wenigstens geht es entlang der Piste verhältnismäßig einfach aufwärts. Die Sonne verschwindet schon bald hinter den Bergen und es wird empfindlich kalt. Unser Wasser müssen wir die letzten Kilometer selber schleppen, weil ein Büßerschneefeld die Piste versperrt.

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Wie arme Sünder stehen sie da – Büßerschneefeld am Ojos del Salado

Trotz allem sind wir zügig unterwegs – nach zweieinhalb Stunden erreichen wir das Refugio, reservieren vier von den sechs Betten (durch Auflegen der Isomatte, standesgemäß) und machen uns auf den Rückweg.

Wind, Kälte und Höhe haben ihre Spuren bei mir hinterlassen: ich hab Kopfschmerzen, der Puls rast und selbst mit dicker Daunenjacke wird’s mir nicht mehr richtig warm. Für den Abstieg haben wir gerade mal 50 Minuten gebraucht – kein Wunder, dass ich vollkommen fertig bin. Ich frage mich ernsthaft, ob und wie ich den Aufstieg morgen durchhalten soll…

 

Samstag, 16. Dezember – Refugio Tejos (5837m)

Sand, Sand, überall Sand! Der feine Staub findet seinen Weg ja wirklich durch jede Naht. Wozu hab ich eigentlich vor drei Tagen meinen Rucksack gewaschen?

Hier oben scheinen die Nieren anders zu funktionieren. Drei mal muss ich nachts raus – jedes mal eine Überwindung bei Temperaturen um die -10°C – auch wenn über mir die schönste Milchstraße erstrahlt…

Mir geht’s besser, auch wenn ich mich immer noch nicht 100%ig fit fühle. Gestern Abend hatte ich noch ziemlich hohen Blutdruck – ich glaube, der ist immer noch jenseits der 150…

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Piste zum Refugio Tejos – immer den Gipfel im Blick…

Eine andere Gruppe fährt die Piste hinauf und bietet uns an, unsere Rucksäcke mit zu nehmen. Um 14.00 brechen Aleomar und ich auf – unsere beiden Guides folgen mit 25minütiger Verzögerung. Der Weg ist ja bekannt und ich bemühe mich, so langsam wie möglich zu gehen. Ohne Rucksack ist der Aufstieg der reinste Spaziergang. Nach zwei Stunden sind wir am Refugio. Der Aufstieg war genau das, was ich gebraucht habe: Kreislauf beruhigt, Kopfschmerzen weg, Appetit wieder da. Trotzdem verdöse ich den Rest des Nachmittags lieber – morgen geht’s früh raus…

Das Tejos ist mein höchstes Schlaflager ever – wenn auch nicht im Zelt!!

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Nur noch 1000 Meter…

 

Sonntag, 17. Dezember – Refugio Atacama (5200m)

Um 3.00 Uhr heißt es Aufstehen – trotzdem brauchen wir bis 4.45 Uhr bis wir endlich los kommen. Die drei Chilenen, die unsere Rucksäcke im Auto mitgenommen haben, steigen mit uns auf. Im Schein der Stirnlampen geht es zuerst einmal rund hundert Meter eine Art Piste hinauf, dann queren wir einen gefrorenen Wasserlauf und steigen durch Sand und Geröll weiter bergan. Es ist kalt (-20°C) und der Wind tut ein Übriges.

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Blick auf den Incahuasi – Morgenstimmung am Ojos del Salado in 6200 Meter Höhe

Um 6.30 Uhr – pünktlich zum Sonnenaufgang – erreichen 6200 Meter. Ab jetzt stelle ich mit jedem Schritt einen neuen persönlichen Höhenrekord auf. Die Wegspur liegt teilweise unter einem Schneefeld und wir müssen entlang der Abstiegsspuren an dessen Rand aufsteigen. Entsprechend steil geht es nach oben. Erst bei 6500 Meter haben wir das obere Ende des Schneefeldes erreicht und können auf einen etwas flacheren Rücken queren. Ich komme mir vor wie ein 100jähriger. Die Schrittlänge beträgt höchstens noch einen Fuß; die Lunge pfeift, alle paar Meter muss ich stehen bleiben und der Puls rast. Abgesehen davon hab ich aber immer noch keine Probleme mit der Höhe…

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Blick Richtung Refugio Tejos

Schließlich wird der Hang flacher und um 11.15 Uhr erreichen wir die Caldera auf 5700 Meter, wo wir nicht benötigte Ausrüstung (Pickel, Steigeisen etc.) zurück lassen.

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Caldera mit dem Hochpunkt: Cumbre Chileno

Die letzten 150 Meter! Der Weg führt durch ein unangenehmes Trümmerfeld in eine Scharte. Hier wartet die Schlüsselstelle: ein etwa 5 Meter hoher Kamin, gesichert durch ein Fixseil. Jedem Nordalpenwanderer sind solche Kraxelstellen als „nur für trittsichere Bergsteiger“ bekannt.

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Die letzten Meter…

Aber in 6800 Meter Höhe mit Höhenschwindel und 1000 Meter Aufstieg in den Beinen sind ein paar Sicherungsmaßnahmen bestimmt nicht übertrieben. Also heißt es Sitzgurt anlegen und mit der Steigklemme am Seil gesichert hochzuklettern. Oben wartet dann noch ein etwas verblockter Grat und um 13.34 Uhr stehe ich auf dem Gipfel des höchsten Vulkans der Erde, Second Summit von Südamerika: Cumbre del Ojos del Salado: 6893 Meter…

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„Como un Rock Star“ – so der Kommentar von Elena, Betreiberin des Hostal „El Mirador“ in Caldera beim Anblick dieses Fotos

Erst später fällt mir auf, dass nach den Gipfelgratulationen sich jeder in den Windschutz eines Felsens zurück zieht und kaum noch ein Wort gesprochen wird.

Der Abstieg folgt der Aufstiegsroute, die auch jeder für sich alleine meistert. César bleibt zurück um Victor – dem verbliebenen Chilenen (die beiden anderen haben bei 6200 aufgegeben), der unter heftiger Höhenkrankheit leidet – beim Abstieg zu unterstützen.

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Gipfelgrat mit Fixseilen

Ich laufe inzwischen ebenfalls auf Reserve – meine Batterien sind komplett leer, entsprechend langsam bin ich unterwegs. Um 16.30 Uhr erreiche ich das Refugio Tejos und fühle mich, als hätte ich 48 Stunden durchgemacht… Die Chilenen haben ihren Pick-up bis hier herauf geprügelt und wir können die 600 Meter Abstieg bis zum Refugio Atacama auf der Ladefläche, eingekeilt zwischen Rucksäcke, mitfahren.

 

Montag, 18. Dezember – Caldera (Pazifikküste)

Ich hab mehr als 10 Stunden geschlafen…

Beim Aufbruch rollt eine Gruppe amerikanischer Bergsteiger ins Basislager, um Material zum Refugio Tejos zu portieren. Nach eigenen Angaben haben sie sich in den USA akklimatisiert – ich frag mich allerdings wo…

Auch die beiden deutschen Bergsteiger, die im Basecamp gelagert haben, mussten aufgeben – nach Auskunft ihres Guides wegen zu wenig Akklimatisation. Zwei Wochen sind für knapp 7000 Meter wohl zu wenig. Und zum Drüberstreuen erfahre ich auch noch, dass drei Wochen vor unserem Aufstieg ein russischer Bergsteiger in der Caldera um Leben gekommen ist. Angeblich schafft es nur jeder zweite auf den Gipfel. Der Ojos ist ein scheuer Berg, der sich schon auch mal verweigern kann. Auf der Rückfahrt erhaschen wir noch einen letzten Blick – Nebel hüllt den Berg ein – es wird in den nächsten Tagen wohl Schnee dort oben geben…

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Schlechtwetterfront über dem Ojos del Salado

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Schäfchenwolken stehen wie Rauchzeichen über den Tres Cruzes – und scheinen uns Lebewohl zu sagen…

 

Ergänzung:

Nach drei Wochen Wüste hab ich die Nase ziemlich voll von Sand und Staub. Nach der Grillparty in Caldera lass ich mich schon am nächsten Tag nach Copiapo fahren (Aleomar sitzt bereits im Flieger nach Sao Paulo) und lege in den nächsten 22 Stunden 1700 Kilometer zurück (nicht meine längste Busfahrt) um die letzten Wochen meiner Reise in einem Landstrich zu verbringen der auf der Liste der Sehnsuchtsorte eines Outdoorers ziemlich weit oben steht:

Patagonien…

Expedition Atacama – Teil 2: Wüstenvulkane

Der Tag nach den Geysiren gehört der Vorbereitung. In den kommenden sechs Tagen stehen ein paar der höheren Berge im Norden Chiles an…

Entsprechend spät erst brechen wir nach Ollagüe, einem winzigen Nest mitten in der Atacama, dessen Existenz alleine der Eisenbahn und der in Nordchile allgegenwärtigen Minenindustrie zu verdanken ist. Nur ein paar Dutzend Menschen harren hier inmitten von Sand und Staub, eiskalten Nächten und glühend heißen Tagen, aus. Ollagüe wird unsere Basis in den nächsten Tagen sein. Unsere nächtliche Reise durch die Wüste begleitet ein gewaltiger Vollmond.

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Irgendwo in der Atacama beleuchtet ein voller Mond unseren einsamen Weg

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Die Hauptstraße von Ollagüe – im Hintergrund der Aucanquilcha

Hier also wollen wir uns weiter auf unser erklärtes Ziel vorbereiten. Drei (womöglich sogar vier) Berge stehen auf dem Plan.

 

Ollagüe (5871m)

Aleomar hat sich am Vortag den Magen verdorben und verbringt die Nacht und den darauffolgenden Tag bevorzugt auf und über der Kloschüssel. Also sind wir heute nur zu zweit unterwegs.

Der Ollagüe ragt über dem gleichnamigen Örtchen aus der Salzwüste. Bis Mitte der 70er Jahre wurde auf dem Berg in einer Höhe von 5600 Metern Schwefel abgebaut – nahezu ausschließlich von Indigenas aus Bolivien und Peru – nur die konnten in dieser Höhe noch arbeiten. Da der Berg direkt auf der Grenze zu Bolivien steht, wurde natürlich auf beiden Seiten der begehrte Rohstoff in Mengen abgebaut. Nach dem zweiten Weltkrieg bauten beide Nationen Straßen auf den Ollagüe, um den Schwefel mit Lastwagen abtransportieren zu können. Und ebendiese Pisten ermöglichen es heute, den Berg trotz seiner Höhe an nur einem Tag zu besteigen.

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Piste in (noch) gutem Zustand auf 5400 Meter Höhe

Allerdings ist selbst für gute Geländewagen bei 5000 Meter Schluss. Trotz der seltenen Regenfälle wurde die Piste in den letzten 40 Jahren regelrecht weg gespült, Hangrutschungen tun und taten ein Übriges, sodass die Straße teilweise nicht mehr wirklich vorhanden ist.

Der Aufstieg selbst stellt einen vor keine wirkliche Schwierigkeiten – man folge einfach der Piste bis zur ehemaligen Mine. Von dort führt ein Wasserlauf in ein Hochtal zwischen den Gipfeln und dann steige man über den Schutt bis zum Hauptgipfel…

Tatsächlich funktioniert das bei mir nur bis 5500 Meter – immerhin. Darüber wird die Luft dann ganz schnell dünn und die Leistungsfähigkeit mit jedem Schritt weniger. Und allgegenwärtig hier oben ist: Soroche – die Höhenkrankheit, die sich mal wieder in Kopfschmerz und Schwindel bemerkbar macht…

Hat man sich dann nach oben gequält, bietet sich ein grandioser Rundblick: Ein Vulkan reiht sich an den nächsten und im Norden schimmert eine schier endlose weiße Fläche: der Salar de Uyuni.

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Auf dem Gipfel des Ollagüe (5871m) – im Hintergrund Bolivien

Ach ja! Der Ollagüe ist immer noch aktiv und aus seinem Krater dampfen die Fumarolen.

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Fumarolen am Ollagüe

Der Abstieg durch die Vulkanschlacke geht schnell, dann folgt ein nicht enden wollender Marsch entlang der halb verschütteten Piste und schließlich die Rückfahrt mit dem Auto, die bergab zu einer noch größeren Herausforderung wird…

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gemütlicher Abstieg

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Vergleichsweise einfach zu überwindende Stelle bei der Abfahrt

 

Aucanquilcha (6176m)

6000er mit Polizeieskorte

Der Aucanquilcha hat mit einigen Superlativen aufzuwarten: bis 1992 war hier die höchste Seilbahn der Welt in Betrieb – wieder einmal um Schwefel aus der 6000 Meter hoch gelegenen Mine – der höchsten der Welt – abzutransportieren. Das Bergarbeitercamp auf über 5300 Meter ist heute verlassen, gilt aber als der höchste permanent besiedelte Ort in der Geschichte der Menschheit. Ursprünglich wurde das Camp auf 6000 Meter eingerichtet; man musste aber bald bemerken, dass selbst bei den Quechua-Indianern die Leistungsfähigkeit schnell nachließ. Eine wichtige Erkenntnis für die Höhenmedizin…

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Das verlassene Minencamp in 5300 Meter

Auch auf den Aucanquilcha führt eine Straße – mit einer erreichten Höhen von etwas mehr als 6000 Metern sogar die höchste befahrbare Straße der Welt. Heute sind von den ganzen technischen Rekorden nur noch die kläglichen Reste zu sehen. Und wie am Ollagüe holt sich der Berg seine Erhabenheit langsam zurück, indem die Straße nach und nach unter Sand und Geröll verschwindet.

Vier Polizisten aus Ollagüe begleiten uns. Deren Pickup ist allerdings nicht geeignet, sich durch das Geröll der wieder hergestellten Piste am Bergsturz in 5100 Meter zu wühlen. Also stopfen wir sieben Personen samt deren Gepäck in den Jeep und rattern weiter die Piste hoch. In 5400 Meter ist aber auch hier Schluss. Und weil die Serpentinen der Straße großteils unter Sand verschwunden sind, bleiben nur noch Trittspuren, die sich ziemlich kompromisslos den steilen Hang hinauf ziehen.

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200 Höhenmeter pro Stunde – das ist ein guter Schnitt, jedenfalls für uns und nach nur drei Stunden erreichen wir auch schon die Bergstation der ehemaligen Materialseilbahn auf 5800 Meter.

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Überreste des Schwefelabbaus auf 5900 Meter Höhe

Das Gelände wird wieder flacher und selbst die Straße existiert hier oben noch. Um 13.30 Uhr erreichen wir den Scheitelpunkt der Piste und es bietet sich ein grandioser Ausblick. Beim Blick auf den Höhenmesser kommt es bei mir plötzlich zu seltsamen körperlichen Reaktionen und ich bemerke, das mir das Herz jetzt offenbar im Halse schlägt. Irgendetwas schnürt mir die Kehle zu und in den Augenwinkeln sammelt sich Flüssigkeit…

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Seltsam, welche Auswirkungen 4 simple Zahlen auf einen erwachsenen Mann haben können. Zum Glück bin ich nicht alleine, zwei der Polizisten haben soeben ebenfalls das erste mal 6000 Meter überschritten.

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Der Rest ist einfach. Über sanft geneigte Hänge geht es die letzten 150 Meter zum Gipfel hoch (es sei angemerkt, dass dieser Aufstieg auch noch mal etwas über eine Stunde in Anspruch nimmt). Man lässt und drei 6000er-Neulingen den Vortritt und um 14.45 Uhr stehe ich am Gipfel meines ersten 6000er. Man präsentiert sich in chilenischem Nationalbewusstsein…

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Aucanquilcha (6176m) – mein erster 6000er

 

San Pedro (6145m)

Mitten in der nördlichen Atacama – auf halbem Weg zwischen Calama und Ollagüe – ragt der Zwillingsgipfel von San Pedro und San Pablo auf. Auf diese beiden führt allerdings keine Straße, lediglich auf einer sandigen Piste kann man sich dem Berg auf bis 4600 Meter Höhe nähern. Unser letzter Test…

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San Pedro (li) und San Pablo

Hohe Berge besteigt man am Besten langsam und so richten wir uns am Ende der Piste unser Basislager ein, um die Schlafhöhe langsam zu steigern (in Ollagüe beträgt die Höhe „nur“ 3700 Meter). Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir erst am frühen Abend dort eintreffen und den Aufstieg nicht mehr schaffen würden…

Am San Pedro gibt es kein Wasser! Mit dem Auto sind ja selbst größere Mengen einfach zu transportieren, schwieriger wird die Sache aber, wenn es gilt, Wasser für drei Personen und drei Tage auf eine Höhe von 5100 Meter zu bringen…

Beladen mit 30 Litern Wasser, mehreren Kilogramm Verpflegung und der persönlichen sowie der Biwakausrüstung machen wir uns am nächsten Tag auf, das 500 Meter höher liegende Hochlager – Campamento 1 – zu erreichen. Da mein Rucksack der einzige im Team ist, der über ausreichend Kapazitäten verfügt, muss der Rest im Dufflebag transportiert werden.

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Portieren mit dem Dufflebag

Daher zieht sich der Weg entsprechend – was Wunder also, dass wir derart beladen fast 5 Stunden für die an sich kurze Strecke brauchen. Der Abend entschädigt für die vorangegangenen Mühen.

200 Meter über dem Campamento 1 liegt der Sattel zwischen den Gipfeln. Von hier führt der Weg über Schutthalden in Serpentinen langsam höher. Ich fühle mich wie ein ziemlich alter Mann, jedenfalls bin ich mit einer solchen Geschwindigkeit unterwegs. In der Zwischenzeit hab ich´s ja kapiert, dass ich in diesen Höhen nicht gleich schnell unterwegs sein kann wie in den heimischen Nordalpen – obwohl die Versuchung groß ist. Im oberen Teil verschwindet der Pfad im Sand und wir weichen ins Geröll aus, das die Kletterei nicht gerade leichter macht.

Jeder Berg hat einen Gipfel. Der San Pedro hat seinen in 6145 Meter Höhe – etwas über 1000 Meter Aufstieg – und sechs Stunden nach dem Aufbruch stehe ich auf dem Gipfel meines zweiten 6000ers. Auch der San Pedro ist noch immer aktiv: im Norden raucht – deutlich unter dem Hauptgipfel – die Fumarole des zuletzt 1960 ausgebrochenen Vulkans.

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San Pedro (6145m)

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Blick vom San Pedro auf den Paniri

Runter geht´s immer schneller. Die Vulkane in Nordchile sind im Prinzip nichts anderes als große Haufen Vulkanasche und auf deren Flanken lässt es sich prima runterrutschen. Und so stehen wir nach 90 Minuten bereits wieder im Hochlager.

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Abfahrt vom San Pedro – die Länge der Staubfahne lässt erahnen, wie heftig der Wind hier oben bläst

Ein weiterer 6000er im Tourenbuch klingt zwar verführerisch; ein zusätzlicher Tag Pause ist aber noch verführerischer. Ergo beschließen wir, den San Pablo sausen zu lassen und kehren am nächsten Tag nach San Pedro de Atacama zurück, um uns für Größeres vorzubereiten…

Condor crossing

Aus der Serie „Iconic Roadsigns“…

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Man beachte den liebevoll eingezeichneten Kamm – typisch für die Kondor-Männchen. Damit wird das Schild unverkennbar. So süß sehen sie aber in Wirklichkeit nicht aus. Tatsächlich ist der Kondor – wie die meisten Geier – ein ziemlich unattraktiver Vogel, jedenfalls aus der Nähe betrachtet.

Am Himmel hingegen sind sie eine imposante, wenn auch seltene Erscheinung. Kondore fliegen in großen Höhen und durchstreifen riesige Gebiete und sind daher keine wirkliche Gefahr für Autofahrer…

Zudem ist der Kondor in der nördlichen Atacama so extrem selten geworden, dass eine Sichtung einem Lottosechser gleichkommt. Die Tiere sind auf Gedeih und Verderb vom Vorkommen des Pumas abhängig, der für ausreichend Aas sorgt und der ist hier mindestens genau so selten….

Aber ein sehr nettes Verkehrsschild ist es trotzdem

Expedition Atacama – Teil 1: Akklimatisation

Am 29. November kehre ich aus Patagonien in die Atacama zurück. Ein Tag verbleibt mir noch, um mein Zeug zu sortieren, denn am 1. Dezember beginnt meine 18-tägige Tour zu den Wüstenvulkanen in der Atacama. Und um keine Zeit zu verlieren, starten wir auch gleich am ersten Tag zu unserer ersten Akklimatisationstour. Wir, das sind Nico, der Bergführer, Aleomar, ein bergverrückter Zwiebelzüchter aus Brasilien und ich. Unser Ziel: den Gipfel des höchsten Vulkans der Erde zu erreichen – der Ojos del Salado…

 

Cerro Quimal (4278m)

Unsere Eingehtour führt auf den Cerro Quimal, die höchste Erhebung der Cordillera Domeyko – ein Gebirgszug, der der eigentlichen Andenkordillere vorgelagert ist. Der Berg hat in der Mythologie der lokalen indigenen Gruppen eine besondere Bedeutung. Unter anderem, weil am 1. August – dem Tag von Pachamama – der Schatten des östlich liegenden Licancabur bei Sonnenaufgang auf den (eigentlich die – weiblich!) Quimal fällt.

 

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Der Cerro Quimal im ersten MOrgenlicht

Um zum Fuß des Berges zu gelangen, ist eine zweistündige Autofahrt durch die Wüste nötig. Wir werden von Beatriz begleitet, einer chilenischen Bergsteigerin, die sich hier mit uns auf den Chimborazo vorbereitet

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Schattenspiele auf den Dünen am Weg zum Cerro Quimal

 

Um ein wenig zu trainieren, nehmen wir nicht den direkten Weg, sondern steigen zuerst auf einen Nebengipfel auf um uns dann über steilen Schutt zum Hauptgipfel hochzuarbeiten. 4200 Meter sind für mich doch noch keine Höhe – am Ausangate bin ich von dieser Höhe gestartet. Trotzdem merke ich, dass ich in den letzten 2 Wochen in Patagonien ein wenig von meiner Höhenanpassung eingebüßt habe…

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Aufstieg zum Nordgipfel

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Cerro Quimal (4278m)

 

 

El Toco (5604m)

Der nächste Tag wartet mit satten 1300 Metern mehr Höhe auf. Allerdings ist der Toco aufgrund seiner Nähe zu San Pedro de Atacama und seiner guten Erreichbarkeit ein ziemlicher Modeberg. Mindestens zehn Agenturen in San Pedro haben ihn im Programm. Mit dem Auto kann bis auf eine Höhe von 5100 Meter fahren. Entsprechend häufig wird der Berg als eine Halbtagestour besucht.

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Vicunas vor dem Licancabur (5920m) – auf dem Weg zum Toco

Wir machen es uns auch diesmal wieder nicht leicht und starten schon auf 4900 Metern um wieder ein wenig zu trainieren.

Wie üblich in der Atacama führt der Weg über Schutt und Sand, aber an meinen ersten Büßerschneefeldern vorbei. Bei 5100 Metern erreichen wir wieder die Piste, die hier freilich nicht der Bequemlichkeit der Bergsteiger wegen gebaut wurde, sondern um eine der Antennen von ALMA (Atacama Large Millimeter Array) – dem größten Radioteleskop der Welt – zu erreichen. Mit dieser gigantischen Anlage erforscht man gegenwärtig die Entstehung von Sternen.

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Büßerschnee

Am Parkplatz beginnt ein breiter Weg, der sich den Berg hinauf windet. Technisch stellt einen der Toco vor überhaupt keine Schwierigkeiten. In 5300 Meter – ich habe gerade meinen persönlichen Höhenrekord gebrochen – stellen sich die ersten Kopfschmerzen ein und die Schritte werden langsamer und unsicherer – Höhenschwindel.

Die Symptome verschwinden zum Glück während der Pausen und am frühen Nachmittag stehe ich am Gipfel. Die Aussicht reicht über den Salar de Atacama und bis nach Bolivien; Licancabur und Juriques dominieren den Blick, der Vulkan hat aber auch eine zu perfekte Form…

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Mein erster 5000er-Gipfel: El Toco (5604m) – im Hintergrund Licancabur und Juriques

 

 

Soquete (5408m)

Rund hundert Kilometer nördlich von San Pedro de Atacama liegt das höchste und drittgrößte Geysirfeld der Erde: El Taito. Daneben erhebt sich der Vulkan Soquete, unser heutiges Tagesziel. Der Berg ist zwar niedriger als als der Toco, aber der Ausgangspunkt liegt auf schmächtigen 4600 Meter und das bedeutet mehr Höhenmeter zum Trainieren. Zudem weist der Soquete ein paar Kletterstellen auf – wichtig als Vorbereitung für den Ojos del Salado…

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Andenflamingos (Phoenicoparrus andinus) auf dem Weg zum Soquete

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Soquete vom Taito-Geysierfeld aus

Wir starten an einem kleinen Solfatarenfeld, das erst in den letzten paar Jahren entstanden ist – die Tour wird also zum Tanz auf dem Vulkan.

 

Auf den ersten paar hundert Höhenmetern präsentiert sich der Soquete relativ zahm. Dann folgt steileres Gelände und schließlich enden wir im senkrechten Fels – nun ja, nicht ganz senkrecht: ein breiter Kamin führt durch das Blockwerk. Jeder, der in den Alpen bergwandert kennt solche einfachen Kletterstellen, an denen mal schon mal die Hände zu Hilfe nehmen muss – allerdings sollte man nnicht vergessen, dass man sich bereits jeneists der 5000-Meter-Marke befindet. Dort gelten anderer Regeln…

 

Der Soquete hat zwei Gipfel. In den Sattel auf 5370 Meter führt ein steiler, sandiger Weg. Dann folgt noch eine Kraxelei auf den felsigen Gipfel und der Blick ist frei auf das Geysirfeld tief unter uns und ein paar spektakuläre Bilder.

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Aleomar, Nico & ich (von re) auf dem Gipfel des Soquete (5408m)

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Der Abstieg führt durch die steilen,sandigen Westflanken des Berges und geht daher ziemlich flott. Aber 1000 Meter runter können sich auch ziehen…

Und weil wir schon in der Nähe sind, kann ich auch noch die Taito-Geysire besuchen. Das Besondere: es ist bereits Abend und die Touristen sind alle längst nach Hause gefahren und habe ich eines der größten Hochtemperaturgebiete der Welt ganz für mich allein…

 

Unter Südbuchen

Ein patagonisches Interludium

Nach meiner Ankunft in San Pedro de Atacama erhielt ich ja das Angebot, Anfang Dezember an einer 18tägigen Expedition auf ein paar 6000er im Norden Chiles teilzunehmen. Bis dahin bleiben mir noch knapp zwei Wochen Zeit… Also buche ich kurzerhand einen Flug via Santiago nach Puerto Montt. Selbiges liegt im Seengebiet, also dem Norden Patagoniens, der wiederum im Süden Chiles liegt (also zu den Westgoten nach Osten (Zitat: Asterix bei den Goten).

Und nach einer durchflogenen und -wachten Nacht stehe ich am nächsten Morgen am 41. Breitengrad…

Puerto Montt liegt am Pazifik und präsentiert sich wettermäßig dementsprechend trüb. Ich bin ein bisschen zu früh im Jahr dran: sämtliche Berge liegen unter dicken Schneeschichten und die Wege sind noch nicht vom Schneebruch des Winters befreit. Also versuche ich mein Glück jenseits der Grenze und fahre mit dem nächstbesten Bus (es gibt zwei pro Tag) nach Argentinien. Dort liegt ein Ort, der jedem Argentinier (und jedem Touristen) die Tränen der Urlaubssehnsucht in die Augen treibt: San Carlos de Bariloche – das St. Moritz von Argentinien. Angeblich träumt jeder in diesem Land davon, wenigstens einmal in Bariloche Urlaub gemacht zu haben. Ich kanns verstehen…

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Blick in den Nationalpark Nahuel Huapi rund um Bariloche

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Hier ist alles ein bisschen wie in der Schweiz… Am Hauptplatz von Bariloche kann mn sich unter anderem mit Bernhardinern fotografieren lassen – nicht mal das obligatorische Fässchen fehlt

Ich komme an einem Freitag an. Am Wochenende haben alle Behörden zu und der Montag ist ein Feiertag. Also sitze ich vier Tage in Bariloche fest, bevor ich beim Club Andino de Bariloche erfahre, was ich längst geahnt habe: Schneebruch in den Wäldern, Schnee auf den Pässen, Lawinengefahr auf den Bergen. Dabei präsentiert sich der vor der Haustüre liegende Lago Nahuel Huapi geradezu sommerlich…

Zwei Stunden Busfahrt südlich liegt das Mekka der argentinischen Aussteigerszene und Erdbeerparadies (nein, ich hab keine gegessen – es ist ja noch zu früh im Jahr): El Bolson. Das Dorf liegt gerade mal auf 250 Meter Seehöhe und ich hoffe, wenigstens hier erfolgreich ein paar Tage zwischen den Bergen unterwegs sein zu können – auf den Gipfeln liegt allerdings auch hier noch immer die weiße Pracht meterhoch.

Und tatsächlich findet sich wenigstens eine Variante, die mich in zwei Tagen am Rio Azul entlang durch die Südbuchenwälder des Lake Distrikt in die patagonische Bergwelt führen wird (und dann zwei Tage auf dem selben Weg wieder zurück…)

Die Süd-oder Scheinbuchen (Nothofagus) kommen – wie der Name vermuten lässt – nur auf der Südhemisphäre vor. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Australien bis Südamerika, nicht aber nach Afrika. In Südamerika bilden sie die bekannten temperierten Regenwälder Patagoniens.

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Männlicher Magellanspecht (Campephilus magellanicus) im Südbuchenwald

Im Gegensatz zu unseren heimischen Buchen sind die meisten Südbuchenarten allerdings immergrün und das sorgt in schneereichen Wintern für eine ordentliche Belastung der Bäume und im Extremfall eben für Schneebruch…

Mir sind die Südbuchen zum ersten mal während des Studiums begegnet und so marschiere ich dementsprechend staunend unter den 30 bis 40 Meter hohen Bäumen herum.

Der Weg zum Refugio Los Lagitos beginnt etwa zehn Kilometer außerhalb von El Bolson bei einer Ansiedlung namens Wharton. Von dort ist zuerst einmal zum tief eingegrabenen Rio Azul abzusteigen, um selbigen auf zwei Hängebrücken zu überqueren. Auf der anderen Seite gilt es die verlorenen Höhenmeter wieder gut zu machen und noch weiter das Tal Richtung Westen hoch zu steigen – immer weiter in die Berge hinein…

Hat man erst einmal das Hochtal erreicht, geht es in gemütlichem Auf und Ab dahin, an nicht weniger als vier urigen Berghütten vorbei. Der Cañon del Rio Azul bildet auf halbem Weg eine spektakuläre Engstelle. Eine Holzbrücke führt über einen gerade mal meterbreiten Spalt, während 50 Meter tiefer der Fluss durch den Canyon schießt. Allerdings ist diese Brücke nur über eine ziemlich waghalsige Klettertour zu erreichen.

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Schließlich biegt bei der winzigen (und bei meinem Besuch verschlossenen) Hütte Las Horquetas der Weg nach Nordwesten in das Tal des Rio Rayado ab. Die Flüsse fließen hier noch allesamt völlig unreguliert, schütten hier bei Hochwasser eine Sandbank auf und sorgen dort für gigantische Verklausungen.

Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß und in diesem Fall nochmal 700 Höhenmeter gesetzt. Mittendrin tauchen zwischen den Südbuchen dann plötzlich gigantische Säulen auf. Gewaltige Bäume mit rissiger Borke und einer Höhe, die selbst die Südbuchen zierlich wirken lässt ragen sie vereinzelt aus dem Wald auf. Ich bin in einem der letzten Standorte der Alerce, der Patagonischen Zypresse (Fitzroya cupressoides) gelandet. Diese Baumart kommt nur im patagonischen Seengebiet vor und ist selbst hier extrem selten. Sie ist eine von nur zwei Baumarten, die in Anhang I der CITES-Liste geführt werden. Und ich stehe da, verrenke mir den Nacken und starre in die lichte Krone eines der seltensten Lebewesens unseres Planeten…

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Alerce (Fitzroya cupressoides)

Letztendlich schlängelt sich der Weg in eine Senke mit einem glasklaren Bergsee, an dessen Ufer das urige Refugio Los Lagitos liegt. Jetzt, im Frühjahr, ist es hier oben auf 1150 Meter nachts noch empfindlich kalt. Aber wozu hab ich einen guten Schlafsack? Und der morgendliche Ausblick über den spiegelglatt daliegenden See entschädigt ohnehin für vieles…

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Yareta

In den Hochanden begegnet dem Reisenden immer wieder ein auffälliges grünes Gebilde in der ansonsten rostrot getönten Wüste. Aus der Ferne wirkt es wie ein großer grüner Stein; erst bei näherer Betrachtung sind winzige Blättchen erkennbar, die extrem kompakt und dicht zusammen stehen, so dass selbst Wassertropfen (die es hier freilich so gut wie nie gibt) abzuperlen scheinen…

Die vielleicht auffälligste Pflanze der Wüste der Hochanden ist die Yareta (Azorella compacta). Sie bildet dicht belaubte Polster, die bisweilen 1,5 Meter hoch werden können und im Einzelfall bis zu 30 Quadratmeter bedecken.

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Die hier ist noch keine einsfünfzig hoch…

Als Anpassung an die extremen Lebensbedingungen wächst die Pflanze nur äußerst langsam: weniger als 1,5 Millimeter im Umfang (daraus lässt sich für die größten Exemplare ein Alter von 3000 Jahren ableiten! D.h.: die ältesten Pflanzen sind gerade gekeimt, als die Urochipayas gerade ihre Toten zu Grabe gelegt haben…).

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Die typisch korallenstockartige Wuchsform der Yareta (manch einer würde auch tumorartig dazu sagen…)

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Stamm einer gut tausend Jahre alten Yareta

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Die Blätter stehen in dichten Rosetten und sind nur wenige Millimeter lang

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Die Yareta wächst gerne in der Nähe von Felsen (die wirken temperaturausgleichend) – hier unter einem Überhang

Weil die Pflanze aufgrund des hohen Harzgehaltes so gut brennt, wurde und wird sie von der Bevölkerung in der baumlosen Atacamawüste als Brennstoff genutzt. Vom Anfang bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts wurde die Yareta dann besonders durch die Eisenbahnen und die Minenindustrie genutzt. So wurden alleine beim Betrieb einer einzigen chilenischen Mine monatlich 1000 Tonnen Yareta verfeuert. Aufgrund des extrem langsamen Wachstums haben sich die Bestände bis heute nicht von diesem beispiellosen Raubbau erholt und die Art ist weiterhin vom Aussterben bedroht.

Durch die Wüste…

…nach Chile.

Im äußersten Südwesten Boliviens liegt die Reserva Faunista Andina Eduardo Avaora. Es ist ein wilder und abgelegener Landstrich, in deren bunt schillernden Salzseen hunderte Andenflamingos Mikroorganismen aus dem Wasser filtern. Letztere sind übrigens fürdie rosa Färbung der Flamingos verantwortlich…

Doch das Leben scheint vorwiegend auf die Salzseen konzentriert zu sein. Ein paar wenige Spuren zeugen von Vikunjas und Andenfüchsen, die in der trostlosen Einsamkeit ihr Dasein fristen. Lediglich ein kalter Wind fegt über die Hochebene und treibt Sandkörner vor sich her, die die Felsen zu bizarren Gebilden schleifen. Der bekannteste und am meisten fotografierte ist wohl der „Arbol de Piedra“ – obwohl gleich gegenüber ein Gebilde steht, das genauso bizarr ist und am ehesten den Namen „Seta de Piedra“ verdient…

Unter dem Wüstenboden brodelt immer noch die Erde: Schwefelquellen und Solfataren dampfen in Vulkankratern, bunte Rhyolitberge und Vulkane säumen den Horizont. Und in der weiten Einsamkeit bleibt mir bisweilen der Mund offen stehen, bis mich die ausgedörrte Kehle gemahnt, denselben wieder zu zu machen…

So geht es für weitere zwei Tage bis zur Grenze nach Chile. Mitten in der Wüste ein Grenzposten, dahinter liegt eine andere Welt: klimatisierte Busse schnurren über bestens gewartete Straßen hinunter nach San Pedro de Atacama. Das Preisniveau steigt deutlich an, die Gesichter sind nicht mehr indigen-andin, sondern europäisch geprägt und ich frage mich: Ist Chile eigentlich noch Lateinamerika??

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Salar

Eigentlich wollte ich die Erlebnisse meiner viertägigen Jeeptour ja ungefähr genauso schnell präsentieren, wie ich sie wahrgenommen hab – allein, auf Reisen soll ja manchmal Unvorhergesehenes passieren und dann verzögern sich eben auch die Publikationen…

Also weiter im Takt:

Der Cementerio de Trenes ist ja nur ein kurzer Aufenthalt, bevor es dorthin geht, weswegen Touristen und Traveller nach Uyuni kommen: der Salzsee…

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Auf ins weiße Nichts…

Der Salar de Uyuni ist der größte Salzsee der Erde. Eine schier endlose Fläche in Weiß. Die meterdicke Salzkruste trägt selbst Lastwagen und Busse. Und der Salar gilt als Boliviens heimliche Schatzkammer: in den Unmengen von Salz lagern Schätzungen zufolge über fünf Millionen Tonnen an Lithium (rund ein Achtel des weltweiten Vorkommens) – jenes Metall, dass als Ionenlieferant für leistungsfähige Akkus gebraucht wird.

Aber noch ist der Salar ein Naturwunder, ein Ort wie nicht von dieser Welt.

 

Und weil auf der endlosen weißen Fläche jegliches Raumgefühl flöten geht, eignet sich eine Salar-Tour auch, um lustige Fotos mit erzwungener Perspektive aufzunehmen. Die Technik funktioniert natürlich an jedem Ort der Welt (Peter Jackson hat das im „Herrn der Ringe“ und im „Hobbit“ mehr als einmal bewiesen, wenn er Elijah Wood (Frodo) oder Martin Freeman  (der junge Bilbo) neben Ian McKellen (Gandalf) um ein paar Köpfe kleiner wirken lässt). Als wir von unserem Fahrer zu nachfolgenden Fotos genötigt werden, wird mir schlagartig klar, warum man am Kunsthandwerksmarkt von Colchani auch Plastikdinosaurier feilbietet…

 

Am Nordufer des Salar türmt sich der Vulkan Tunupa 5432 Meter hoch in den stahlblauen Andenhimmel. An seinem Fuß siedelten vor über 3000 Jahren Angehörige der Urochipayas-Kultur, die ihre Toten in Hockstellung in Höhlen bestatteten. Die trockene Höhenluft tat das Ihrige und konservierte die Körper bis heute.

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Wolken über dem Tunupa lassen den Einduck von vulkanischer Aktivität entstehen

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Seit 3200 Jahren hocken sie schon hier, konserviert von Trockenheit und salzhaltiger Luft…

In der Mitte des Salar ragen ein paar Inseln aus dem weißen Nichts. Die bekannteste ist die Isla Incahuasi – das „Haus des Inka“. Obwohl es auf der Insel keine Inkaruinen zu sehen gibt. Dafür gibt es Kakteen. Hunderte davon, die in dem extrem trockenen Klima nur seeeehr langsam wachsen – angeblich nicht mehr als einen Zentimeter pro Jahr. Einige dieser grünen Säulen erreichen Wuchshöhen von über fünf Metern – demnach müssen sie schon hier gestanden haben, als das Inkaimperium gerade seinem Ende zuging.

 

Incahuasi ist auch der Ort, an dem unsere Tourgruppe neu gemischt wird. Mit neuem Fahrer machen wir uns auf nach Süden, um an passender Stelle der Sonne beim Untergehen zuzusehen. Danach geht es nach Colcha und wir verlassen den Salzsee…

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Ohne Worte